Wer kennt es nicht, das Frühstücksei am Sonntag?! Mit dem Löffel die Schale anschlagen, den Kopf pellen und dann einfach nur genießen. Dazu Kaffee und frisches Brot mit Butter. 
Welche Bilder jedoch hat man vor Augen, wenn man an das Huhn denkt, das dieses Ei gelegt hat? Entspannt pickende Hennen auf grünen Wiesen unter blauem Himmel oder im luftigen Stall beim Sandbaden! An dieser idyllischen Vorstellung kann jeder festhalten, der ein TAGWERK Bio Ei in seinem Eierbecher hat. Denn dieses Ei stammt entweder vom Grosserhof in Pfarrkofen oder vom Seepointerhof in Tiefenbach, beide bei Landshut. Die Bio Betriebe setzen ein Konzept um, das nicht nur sinnvoll ist, sondern den tiefen Respekt vor den Tieren ausdrückt. Ihre Hennen sind Zweinutzungshühner.

Was bedeutet das? Diese Frage ist nicht erstaunlich. Das Zweinutzungshuhn ist vielen Menschen unbekannt. Das wollen wir jetzt ändern!

Zweinutzungshuhn – nicht neu und innovativ, aber überzeugend und verantwortlich

Noch in den 60er Jahren lebten Hühner als Schar auf kleinen Höfen. Die Hennen legten Eier, Glucken brüteten einen Teil davon aus. Weibliche Küken wuchsen nach dem Schlüpfen zu Hühnern heran und legten wiederum Eier. Männliche Küken wurden zu Gockeln und deckten den Tisch irgendwann als Brathähnchen. Im Grunde genommen handelte es sich bei dieser traditionellen Haltungsform um Zweinutzungshühner! 
Der Grosserhof und der Seepointerhof sind dazu zurückgekehrt. Ihre Hennen legen wie auf jedem Hühnerhof Eier. Aus den bebrüteten Eiern schlüpfen Küken, männliche wie weibliche und deren Zukunft ist wie die ihrer Vorfahren. Diese Haltungsform ist selten geworden, weil sie schlicht unrentabler ist. Heute sind die meisten Hennen in der Eierproduktion Hybridhühner, gezüchtet auf Höchstleistung in der Eierproduktion. Zweinutzungshühner erreichen eine niedrige Leistung als die in Eier- und Fleischrassen unterschiedenen Hybrid-Artgenossen. Die Hähne brauchen bis zur Schlachtreife doppelt solange, also 64 statt 32 Tage und setzen etwas weniger Fleisch an. Die Hennen legen im Vergleich jährlich rund 60 Eier weniger. Dafür sind Zweinutzungshühner in ökologischer Haltung deutlich vitaler. Auch sagt man ihnen einen ausgewogeneren Charakter und ein entspannteres Verhalten in der Herde nach. Trotzdem bleibt der wirtschaftliche Nachteil für den Landwirt. Warum also halten der Grosserhof und der Seepointerhof aus Überzeugung Zweinutzungshühner?

Das müssen wir uns genauer anschauen!

Die ursprüngliche Haltungsform verlor sich mit der Industrialisierung der Eiererzeugung ab den 60er Jahren. Im Mittelpunkt stand die Wirtschaftlichkeit. Eine Henne sollte möglichst viele Eier legen und ein Masthähnchen so viel Fleisch wie möglich ansetzen.  Hennen wurden in erster Linie als  Produktionsmittel gesehen, eine Perspektive, bei der der Respekt vor den Tieren in den Hintergrund tritt. Die Hennen wurden immer weiter zu Hochleistungshühnern optimiert. Dies nahm völlig neue Ausmaße an, als die Idee entstand, das Prinzip der Hybridzüchtung vom Mais auf das Huhn zu übertragen. Aus technischer Sicht handelt es sich dabei um komplizierte Kreuzungen zwischen verschiedenen und bereits optimierten Hühnerrassen. Hochspezialisierte Genetiker arbeiten bis heute ständig an der Verbesserung unter Anwendung moderner Zuchtmethoden und geplanter Selektion. Das Ergebnis ist ein ‚Kunstprodukt‘ wie es sich auf natürlichem Wege nicht entwickeln würde. Das rüstet die Tiere mit genetischen Voraussetzungen, die vor allem eines im Fokus haben, den großen Hunger der Menschen nach Eiern und Fleisch zu stillen. Bis heute sind diese Kreuzungen ein streng gehütetes Geheimnis der jeweiligen Unternehmen, die Hybridhühner entwickeln.

Kein Platz für Tierschutz

Nun könnte man auf den ersten Blick meinen, dass nichts dagegen spricht, geschickt zu kreuzen. Aber das tut es in diesem Fall leider doch, vor allem, wenn einem der Tierschutz am Herzen liegt. Diese Entwicklung führte zu einer klaren Differenzierung in wirtschaftlich und unwirtschaftlich. Entweder gibt das Huhn viele Eier oder es setzt ordentlich Fleisch an, beides in einer Rasse vereint geht nicht. Hähne bleiben bei dieser Form der Hybridhühnerhaltung auf der Strecke. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass aus den Eiern der Hennen sowohl weibliche als auch männliche Küken schlüpfen. Die männlichen Nachkommen sind aus unternehmerischer Sicht unrentabel. Kosten aus Haltung und Fütterung rechnen sich nicht. Das führt dazu, dass in Deutschland jährlich 45 Millionen männliche Küken getötet werden, also täglich über 126.000. Man nennt sie ‚Eintagsküken‘, während die weiblichen ‚Stubenküken‘ heißen. Dieser Name ist Programm, was die Zukunft des gefiederten Nachwuchses betrifft. Und das ist noch der freundliche Ausdruck. Die männlichen Küken zählen zum Merzvieh, dem Teil von Nutz- und Zuchttieren, der aufgrund mangelnder Qualitäten getötet wird. Darauf geht übrigens auch der Begriff ‚ausmerzen‘ zurück. Das Leben dieser Küken findet binnen 24 Stunden sein Ende.
Für die Landwirte ergibt sich aus der Haltung von Hybridhennen noch ein anderer Aspekt. Die Küken werden fast ausschließlich von Großunternehmen produziert. Aus den Eiern der eigenen Hennen können sie wegen der genetischen Zusammenhänge keinen Nachwuchs ziehen. Sie müssen also bei den Konzernen Jungvieh kaufen, die die Hybridhennen entwickelt haben.

Schwesterliche Solidarität

Vom Stier haben wir schon ein klareres Bild. Jeder, der vor einem Stier steht, hat ordentlichen Respekt. Und das ist auch gut so. Ein Stier oder auch Bulle ist ein geschlechtsreifes männliches Hausrind. Mit seinen 1000 bis 1200 kg ist er ein beeindruckendes Kraftpaket. Die individuelle Hormonlage eines Stiers macht seinen Charakter aus. Besonders achtsam ist man sehr leidenschaftlichen Tieren gegenüber. Es gibt aber auch entspannte Vertreter. Nicht jeder Stier sieht rot. Die Aufgabe des Stiers erklärt sich von selbst: er sorgt potent für den Erhalt der Herde.

Erwähnt werden sollte hier auch noch ein anderes Projekt: die Bruderhahn-Aufzucht! Dabei handelt es sich um Initiativen, die sich dem Töten der männlichen Küken auf andere Weise widersetzen. Sie ziehen die männlichen Nachkommen der leistungsstarken Hybridrassen mit auf und nehmen die unwirtschaftlichen Umstände in kauf. Diese Initiativen setzen auf bewusste Konsumenten, die bereit sind, für die Eier einige Cent mehr zu zahlen. Mit diesem Ertrag finanzieren die Hennen quasi das Leben ihrer Brüder.

Bedenkt man diese Zusammenhänge, schmeckt das Frühstücksei von einer solchen Hybridhenne so manch einem gleich nicht mehr so gut. Liegt einem das Tierwohl am Herzen macht es Sinn, sich beim Einkauf genauer anzuschauen, woher die Eier stammen. Es ist so einfach, gut zu entscheiden und auf diese Weise aktiv Einfluss auf die Haltungsbedingungen des Federviehs zu nehmen. Die Nachfrage regelt den Markt! Das bedeutet: angeboten wird nur, was auch gekauft wird.

Schweift der Blick über grasende Kühe auf sommerlichen Weiden, machen wir uns meist wenig Gedanken, was wir da eigentlich sehen. Allerdings ist die vermeintliche Kuh vielleicht gar keine. Es könnten auch Ochsen sein oder Kalbinnen oder Rinder! Das braucht Aufklärung. Eines sei schon zu Beginn verraten: Rinder sind sie alle! Ein Rind ist nämlich der Oberbegriff für unsere kostbaren Nutztiere, ungeachtet des Geschlechts. Da kann man quasi nichts falsch machen. Rinder stammen übrigens vom Auerochsen ab. Ursprünglich kommen die Hausrinder, wie wir sie kennen, aus Anatolien und dem Nahen Osten. Hinweise belegen, dass bereits vor rund 10.000 Jahren das Rind als Nutztier entdeckt und vom Menschen domestiziert wurde. Wir laden Sie ein auf eine kleine Reise der Rinderkunde! 

Die Kuh

Beginnen wir mit dem, was uns am meisten vertraut ist: der Kuh! So nennt man ein Rind nach dem ersten Kalben. In der Regel ist sie zu diesem Zeitpunkt ungefähr 27 Monate alt. Nach dem Kalben gibt sie Milch und wird zur Milchkuh. Darf sie ihr Kalb säugen, ist sie jedoch eine Mutterkuh. Modelmaße sind in der Rinderwelt jedenfalls optisch nicht wichtig. Eine Kuh bringt stattliche 500 bis 800 kg auf die Waage. 

Das Kalb

Kommen wir zum Nachwuchs. Der Begriff Kalb ist uns allen vertraut. Große Augen, kurzes Maul, weiches Fell und auch alle anderen körperlichen Merkmale lassen unsere Herzen höherschlagen, wenn wir einem Kalb begegnen. Bis zum 7. Monat trägt das Kalb diesen Namen. Dann wird es zum Jungrind bis es ein Jahr alt ist. In dieser Übergangsphase setzt auch die Geschlechtsreife ein.

Die Kalbin

Jetzt wird es schon schwieriger. Die Kalbin oder auch Färse genannt, ist ein zuchtreifes weibliches Rind, das jedoch noch nicht gekalbt hat. Mit circa 18 Monaten ist die Kalbin soweit entwickelt, dass sie trächtig werden darf. Nach der Trächtigkeit und dem Kalben nennt sie sich voller Stolz Kuh.

Der Stier

Vom Stier haben wir schon ein klareres Bild. Jeder, der vor einem Stier steht, hat ordentlichen Respekt. Und das ist auch gut so. Ein Stier oder auch Bulle ist ein geschlechtsreifes männliches Hausrind. Mit seinen 1000 bis 1200 kg ist er ein beeindruckendes Kraftpaket. Die individuelle Hormonlage eines Stiers macht seinen Charakter aus. Besonders achtsam ist man sehr leidenschaftlichen Tieren gegenüber. Es gibt aber auch entspannte Vertreter. Nicht jeder Stier sieht rot. Die Aufgabe des Stiers erklärt sich von selbst: er sorgt potent für den Erhalt der Herde.

Der Ochse

Der Ochse dagegen hat keine Chance mehr, Nachwuchs zu zeugen. Schon vor der Geschlechtsreife wir das männliche Kalb kastriert und so zum Ochsen. Dieses Verfahren setzen unsere Vorfahren schon seit 4000 v. Chr. in Mitteleuropa um. Ursprünglich diente der Ochse nämlich als Arbeitskraft. Die Kastration schenkt ihm ein deutlich friedlicheres Wesen, so dass er sich als kräftiger Helfer der Landwirtschaft zum Beispiel vor den Karren spannen ließ. In anderen Ländern der Erde ist dies heute noch so. Bei uns jedoch ist der Ochse ein wertvolles Nutztier, das uns mit seinem hochwertigen marmorierten Fleisch, den Tisch deckt.

Rinder – von der Natur gemacht, vom Menschen respektiert

TAGWERK Rinder erfreuen sich eines guten Lebens. Alle landwirtschaftlichen Partner Betriebe, gehören einem Anbauverband an. Das sichert den Tieren Lebensbedingungen, die ihnen und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Die Landwirte respektieren und wertschätzen sie. Eine gesunde Milchkuh erfreut sich bei den Partnerbetrieben an zwei Jahrzehnten Lebenszeit. Schon bei der Geburt erhält sie eine Ohrmarke mit Identifikationsnummer. Das sichert die genaue Datenerfassung. 
Rinder sind ein kleines Wunderwerk der Natur. Ihnen gelingt es, Gras, das für den Menschen ansonsten nicht genießbar ist, in Nahrung zu verwandeln. Dabei hilft ihnen ein ausgeklügeltes Verdauungssystem. Vier Mägen bearbeiten die Rohfasern so lange, bis sie verdaut werden können. Entgegen des ersten Eindrucks entspannt grasender Rinder, arbeitet ihr Organismus auf Hochtouren. Um die 30.000 Kaubewegungen leisten Rinder pro Tag. Dabei produzieren sie in 24 Stunden über 150 Liter Speichel – eine ungeheure Menge. Nicht erstaunlich, dass sie entsprechend viel trinken! 180 Liter braucht ein ausgewachsenes Rind täglich. Und die schluckt es in Rekordzeit mit 25 Litern pro Minute. Als Futter für seinen leistungsfähigen Organismus dienen Gras, Heu und manchmal ein wenig Kraftfutter – bei TAGWERK Betrieben natürlich alles in Bio Qualität. 
Einen landwirtschaftlichen Betrieb kann man auch als lebendigen Organismus betrachten. Alle dazu gehörigen Elemente greifen im besten Fall unterstützend und ergänzend ineinander. Ein solch geschlossener Kreislauf ist die Grundlage für fruchtbare, lebendige Böden, auf denen vitale Pflanzen mit optimalen Inhaltsstoffen wachsen. Hier erfüllen Rinder eine wichtige Aufgabe. Ihre Ausscheidungen dienen der Kompostherstellung. Entscheidend für ein entsprechendes Gleichgewicht ist das Verhältnis der Weidefläche zur Menge der Tiere. Im biologisch-dynamischen Anbau liegt dieses Verhältnis bei 1,5 Rindern je Hektar. Der geschlossene Hofkreislauf ist ein tolles Beispiel, bei dem Menschen, Pflanzen, Tiere und Böden im Gleichgewicht zusammenwirken.

Rinder sind beeindruckende Wesen, die den guten Umgang mit ihnen verdient haben. Wenn man all dies weiß, schmecken TAGWERK Bio Milch- und Fleischprodukte gleich noch besser, denn die Würde der Tiere steht im Mittelpunkt des Wirkens.

TAGWERK - Unsere Bio Nachbarn

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