Aktuelle Meldungen

Zur  Demo "Mia hams satt"

Am Samstag, 5.10. demonstrierten in München bei schönstem Wetter 18.000 Menschen gegen Flächenfraß, Massentierhaltung und einer umweltbelastenden Lebensmittelproduktion. Auch TAGWERK hatte zur Demo aufgerufen und war selber mit vielen Menschen vertreten: Bäuerinnen und Bauern, Ladnerinnen und Ladner sowie Mitarbeiter Querbeet. 

Hier auf dem Bild sieht man Michael Rittershofer, Vorstand im TAGWERK Förderverein, Ulrike Krakau-Brandl, unsere Kämpferin in München mit einem Bauchladen voller TAGWERK-Zeitungen, sowie Ingrid Reinecke und Barbara Kolonko (von links).

Foto: TAGWERK

Reinhard Gromotka erzählt von seinem Laden "Frisch und Fein"

In einem neuen, informativer Film auf der Website des Landshuter TAGWERK-Ladens wird man auf den Geschmack gebracht und kann einen kleinen Blick hinter die Kulissen eines regionalen Bioladens tun - und in das Herz eines begeisterten Ladners.
Schauen Sie auf seiner Website und in seinem Laden "Frisch und Fein" vorbei!

Die Herbstausgabe der TAGWERK-Zeitung liegt in den Verkaufsstellen aus. Oder Sie lesen sie hier

Das Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut hat vor etwa 10 Jahren seine Küche zu 100% auf Bio umgestellt. Der regionale Bezug von Biowaren war dem (damaligen) Küchenleiter, Gilbert Bielen, dabei sehr wichtig. Das Kinderkrankenhaus war deshalb guter Kunde vom TAGWERK Großhandel, der TAGWERK Biometzgerei und verschiedenen Biobauern aus der Region. Nun hat sich die Geschäftsführung aus Kostengründen dafür entschieden, wieder konventionelle Lebensmittel einzusetzen. TAGWERK ist sehr enttäuscht über diese Entscheidung und hat dies in einem Schreiben an das Kinderkrankenhaus Landshut zum Ausdruck gebracht.

Der Wortlaut des Schreibens (vom 27.7.2018):

 

Sehr geehrter Herr Brand,

für uns war das Kinderkrankenhaus ein Leuchtturm in Sachen konsequentes, nachhaltiges Handeln, ein Vorreiter im Engagement für Schöpfungsverantwortung: christliche Werte im Einklang mit ökologischem und sozialem Gewissen.

Der Rückschritt zu einer konventionellen Versorgung des Kinderkrankenhauses ist für uns ein herber Schlag. Ausgerechnet jetzt, wo sich Landshut als Biostadt und wo sich die katholische Kirche mit der Enzyklika „Laudato si“ klar zu einem konsequenten ökologischen Ansatz bekennen. Mit unserer Enttäuschung meinen wir gar nicht vorrangig die Umsätze unserer Regionalinitiative, auf die wir in Zukunft verzichten müssen. Wir meinen vor allem das Zeichen, das die Einrichtung einer kirchlichen Organisation wie das Kinderkrankenhaus St. Marien damit nach außen setzt – billig statt ökologisch und nachhaltig. Schade.

Es gibt so viele dringliche, ökologische und soziale Themen, denen wir uns als zukunfts- und werte-orientierte Menschen und Institutionen nicht verschließen dürfen: die Klimabelastung, das massive Insektensterben, die Verunreinigung der Gewässer, die systematische Zerstörung der Böden. Für einen nachhaltigen Lebensmittelkonsum ist „regional“ zu wenig. „Regional“ schützt weder die Böden vor Erosion noch das Klima vor Stickoxiden noch das Grundwasser vor Nitrat. „Regional“ bedeutet weder Tierwohl noch Insektenschutz noch ist es ein Garant für soziale Fairness. Denn Sojaimporte der heimischen Landwirtschaft zerstören nicht nur Regenwälder, sondern fördern die Agro-Gentechnik, Glyphosat und Landflucht. Milch- und Billigfleischexporte sind verbunden mit katastrophalen Auswirkungen für die Länder des Südens, vor allem in Afrika, da die dortigen Märkte von uns zerstört werden.

Die Folgekosten unserer billigen Nahrungsproduktion tragen wir alle, vor allem aber die Ärmsten. Die Flüchtlingswelle ist nur eine Folge unserer ausbeuterischen, verfehlten Politik. Papst Franziskus sagt dazu: „Dieses System tötet“. Es ist Zeit zum Umdenken. Wir alle müssen unseren Teil dazu leisten. Schade, dass das Kinderkrankenhaus diesen Weg nicht mehr mitgeht. Die Haltung der kirchlichen Einrichtungen wäre so immens wichtig in dieser unserer aller Sache!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Michael Rittershofer
TAGWERK-Förderverein e.V.

Auszeichnungen für Edeltraud Melzl-Butz und Imkerei Oswald

Gleich zwei TAGWERK-Betriebe sind unter den ersten drei Preisträgern der diesjährigen "Wiesenmeisterschaft": Der Betrieb von Edeltraud Melzl-Butz in Viehhausen bei Rottenburg und die Imkerei Oswald in Oberlauterbach bei Pfeffenhausen, beide Landkreis Landshut.

Die Wiesenmeisterschaft wird vom BUND Naturschutz Bayern (BN) und der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) seit 10 Jahren durchgeführt, jedes Jahr in einer anderen Region. Diesmal war das Donau-Isar-Hügelland dran.

 Artenreiche Wiese bei der Imkerei Oswald
Blühwiese bei der Imkerei Oswald, Foto: Inge Steidl

Edeltraud Melzl-Butz gewann mit ihrer Feuchtwiese "Ratzentümpel" den 2. Preis, die Imkerei Oswald mit der Mähweide "Schlachtfeld" den 3. Preis.

Bei der Preisverleihung im Landshuter Salzstadel wies BN-Vorsitzender Richard Mergner darauf hin, "dass artenreiche Wiesen oft nur noch Relikte in einer ansonsten höchst intensiv genutzten Agrarlandschaft sind", und er mahnte dringend ein Umsteuern beim agrarpolitischen Rahmen an, da solche Naturschutzleistungen sonst nicht dauerhaft erhalten werden könnten.

Die Auszeichnung zweier TAGWERK-Betriebe zeigt, dass die ökologische Wirtschaftsweise auf TAGWERK-Höfen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren leistet.

Wir beglückwünschen Edeltraud Melzl-Butz und Martin Melzl sowie Hans Georg und Ruth Oswald zu den Preisen und danken ihnen für ihr großes Engagement!

Nähere Infos hier:
Blog der Imkerei Oswald
BUND Naturschutz

 

Der TAGWERK Förderverein bäckt und berichtet

Der TAGWERK Förderverein ist ein Verein für alle, die ökologische Produktion und Konsum mitgestalten wollen - und dabei etwas lernen. Nach einem weiteren arbeitsreichen Jahr mit Umweltbildung, politischen Aktionen und landwirtschaftlichem Engagement wurde den Förderern und Mitgliedern die diesjährige Mitgliederversammlung als Ausflug und Mitmach-Aktion angeboten.

Dazu hatte der Verein einen besonderen Ort zum Tagen ausgesucht: Die Glonntaler Backkultur in Piusheim/Baiern. Dort erwartete die Vereinsmitglieder ein abwechslungsreicher Nachmittag. Zunächst gab es in der Backstube einen Einführungsvortrag von Müllerin Monika Drax zu den alten und wieder entdeckten Getreidesorten, die auch in ihrem schönen neuen „Brotbackbuch Nr.3" beschrieben sind. Danach zeigte Bäckermeister Romeo Butic von der Glonntaler Backkultur, wie ein Bio-Brotteig hergestellt wird. Und alle durften selbst Hand anlegen. Mit Begeisterung wurden die feinen Teiglinge aus Rotkorn-Weizen und Lichtkorn-Roggen abgestochen, in Saaten gewälzt und in Formen abgelegt.

Während der Teig ruhte, erklärte der Glonntaler Bäcker Romeo Butic bei einer Führung durch die Bachstube Herausforderungen und Freuden des Bäckerdaseins. Von ungemütlichen Arbeitszeiten, aber auch von der Freude, „echtes“ Bäckerhandwerk auszuführen, unabhängig von den einheitlichen Backmischungen, die in konventionellen Bäckereien die Regel sind. 

Bilder: Beatrice Rieger

Während die vorbereiteten Brote in den Ofen geschoben wurden, konnten sich die Vereinsmitglieder bei Kaffee und Kuchen in der Gaststube der Glonntaler Backkultur über die Vorkommnisse des letzten Jahres informieren. Die Vorstände Dr. Michael Rittershofer und Rosa Kugler berichteten mit vielen Bildern von den Aktionen des vergangenen Jahres: Dabei waren Schulprojekte „Wie kommt der Hafer in mein Müsli?“, Erzeugerarbeitskreise, Biopizzalehmofenbaukurse, Zeltlager, Vorträge, Betreuung der Ökomodellregion Isental… es war wieder ein beeindruckend ereignisreiches Jahr.

Im Anschluss an den Kassenbericht von Andrea Schneider wurde die Vorstandschaft entlastet und ein neuer Vorstand gewählt. Doris Seibt ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden, ansonsten ist die alte Besetzung geblieben: Monika Drax, Hilarius Häußler, Hermann Hofstetter, Rosa Kugler, Josef Lenz, Dr. Michael Rittershofer (Geschäftsführer) und Andrea Schneider (Kassenwartin).

Zum Schluss durfte jeder Teilnehmer ein selbstgeformtes, frisch gebackenes, noch heißes, duftendes Brot mitnehmen. Hier ist eine Mitgliedschaft nicht nur sinn-voll, sondern auch sinn-lich zu erleben!

Miteinander auf dem Feld - von anderen lernen

Die TAGWERK-Erzeugerarbeitskreise haben das Ziel, die kollegiale Beratung unter den Bäuerinnen und Bauern zu fördern. Positive Erfahrungen werden so für andere nutzbar gemacht, und gemeinsam kann man verhindern, dass die gleichen Fehler anderswo noch einmal gemacht werden. Diesmal beschäftigte sich der Arbeitskreis mit dem Thema Hafer-Leindotter-Mischultur.
Mischkulturen sind die ursprünglichste Form des Bewuchses: vielfältig, bodenschonend, mit einem Maximum an Photosyntheseleistung auf der Fläche. Die Mischkultur von Hafer und Leindotter ist gleichermaßen interessant für Natur, Bäuerinnen und Bauern und Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Leindotter mit seiner zarten gelben Blüte bietet (Wild-)Bienen nach der Blüte des Raps eine Tracht und ist ein interessanter Baustein zu einer durchgehenden Blüte von Frühjahr bis Herbst. Für Bäuerinnen und Bauern kann bei der Ernte der Leindottersamen einen zusätzlichen Ertrag bieten, ohne dem Hafer nennenswert Ertrag zu nehmen. Und für die Verbraucherinnen und Verbraucher bietet der Leindotter ein schmackhaftes, hochwertiges Speiseöl, das es vor allem im Naturkosthandel zu kaufen gibt. In Zukunft entsteht aus dem Presskuchen der Ölherstellung vielleicht sogar auch ein wichtiger Eiweißträger für die menschliche Ernährung. Wir arbeiten daran. 
Beim Erzeugerarbeitskreis wurden Haferfelder von drei Betrieben besucht: Felder der Lebensgemeinschaft Höhenberg in Buchbach, des Betriebs Schweiger in Unterneuling und des Betriebs Maier-Häußler in Taufkirchen bei Mühldorf. Als Experten mit dabei waren Bioland-Ackerbauberater Benjamin Fichtner und Johannes Spengler von der Ölmühle Kappelbauer (im Bild unten v.l.n.r.) sowie Thomas Kaiser vom Institut für Energie und Umwelttechnik.

 

Fotos: Andreas Bentlage

Rund 40 Mitglieder der TAGWERK-Genossenschaft waren nach Freising ins Tagungshaus Viva Vita gekommen, um sich über den Geschäftsverlauf der Genossenschaft zu informieren.

Vorstandsmitglied Reinhard Gromotka berichtete über die TAGWERK-Biometzgerei in Niederhummel. Nach der finanziell bedrohlichen Situation im letzten Jahr schaut es nun deutlich besser aus. Neue Kredite und Bürgen konnten gefunden werden, und ein Lenkungskreis trifft sich regelmäßig, um die Betriebsabläufe systematisch zu optimieren. "Das zeichnet unsere TAGWERK-Gemeinschaft aus", sagte Gromotka, "dass sich in der Not Menschen finden, die sowohl mit Geld als auch mit großem KnowHow die gemeinsame Unternehmung unterstützen."

Vorstandsmitglied Klaus Hutner stellte die Aktivitäten der Genossenschaft vor. Nachdem zum Jahresbeginn 2017 der Bereich des Großhandels in die TAGWERK GmbH überführt wurde, ist der Umfang der genossenschaftlichen Tätigkeitsfelder geschrumpft. Die Transportlogistik ist ein Bereich, der weiterhin unter der Regie der Genossenschaft läuft. Hier konnte Klaus Hutner auf gute Einsparerfolge verweisen: durch die Zusammenlegung auf einen Standort (Garching) reduzierte sich sowohl die gesamte Fahrleistung als auch die Arbeitszeit pro ausgeliefertem Rollbehälter deutlich.
Das andere Aufgabengebiet ist die Weiterentwicklung der TAGWERK-Marke. Dank der engagierten Arbeit von Beatrice Rieger erweitert sich die Produktpalette ständig. So wurde beispielsweise eine Kooperation mit der Alztaler Hofmolkerei aufgebaut, so dass nun regionale Milch und Milchprodukte vermarktet werden können.

Finanzvorstand Reinhard Bloch stellte - zum letzten Mal - die Bilanz vor. "Dass ich an meinem letzten Arbeitstag noch positive Zahlen präsentieren kann, freut mich besonders", sagte er. Auf eigenen Wunsch gibt er sein Vorstandsamt nämlich ab.
Das Finanzvolumen der Genossenschaft ist nun - ohne das Handelsgeschäft - deutlich geringer. Die Transportlogistik hat 700.000 Euro erwirtschaftet, am Ende bleiben 7200 Euro Jahresüberschuss.

Eine steile Wachstumskurve konnte Manfred Schüchter, Geschäftsführer der TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH, präsentieren. Im Jahr 2017 betrug der Umsatz 12 Millionen Euro, was für so ein eng begrenztes Liefergebiet eine stattliche Summe ist. Die GmbH beschäftigt derzeit 24 MitarbeiterInnen und beliefert regelmäßig 160 Kunden.
"Die Zusammenführung des Gemüsehandels mit den Warengruppen aus der Genossenschaft war ein riesiger Kraftakt", sagte Schüchter. Damit erklärt sich auch, dass das Jahr 2017 mit einem Verlust von ca. 50.000 € abgeschlossen hat.

Im Aufsichtsrat wirkt künftig der ehemalige Finanzvorstand Reinhard Bloch mit (2.v.l.). Wiedergewählt wurden (v.l.) Volker Schwarz, Hanna Ermann und Willi Pfaff. Außerdem verbleiben in dem Gremium Josef Bauer, Christian Empl, Anita Gromotka, Klaus Gruber, Siegfried Pschibul-Markgraf und Manfred Schüchter.

Die langjährige Aufsichtsrätin und frühere Vorständin Inge Asendorf (li.) stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl und wurde - wie auch der scheidende Vorstand Reinhard Bloch (re.) - mit Wein, Blumen und herzlichen Dankesworten verabschiedet. 

Fotos: Christian Empl

Die Sommerausgabe der TAGWERK-Zeitung liegt in den Verkaufsstellen aus. Oder Sie lesen sie hier

Füllen, Genießen, Spülen, Wiederholen!

Und wieder ist ein weiterer Schritt zu mehr Umweltfreundlichkeit von den unermüdlichen TAGWERK-Ladnern getan: in Landshuter TAGWERK-Laden "Frisch & Fein" gibt es jetzt  Pfandgläser für die Spezialitäten an der Bedientheke. Auf dem Etikett steht, wie es geht: Einfach und vor allem Plastikfrei!

Ökologischer Handel für ökologische Produkte

 

"Wir kommen mit diesem neuen LKW unserem Ziel ein Stück näher", sagt Klaus Hutner, Vorstandsmitglied der TAGWERK-Genossenschaft und Leiter der Logistik des TAGWERK-Großhandels. "Denn der Handel mit Bioprodukten ist erst dann wirklich ökologisch, wenn auch der Transport möglichst wenig Schadstoffe emittiert."
„Teller oder Tank“ – diese Streitfrage ist bei dem neuen TAGWERK-LKW kein Thema. Denn das Biogas, das den Motor des neuen Fahrzeugs antreibt, wird nicht etwa aus Mais oder Weizen gewonnen, sondern zu 100 Prozent aus landwirtschaftlichen Reststoffen. 
Betankt wird der LKW bei den Gas-Tankstellen der Stadtwerke München. Die wiederum beziehen das Gas von der Firma Verbio, die in Brandenburg und Sachsen-Anhalt moderne Bioraffinerien betreibt und dort ausschließlich organische Reststoffe einsetzt: Stroh und Schlempe – das ist ein Abfallprodukt aus der Bio-Ethanolherstellung. Es entsteht also keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Auch andere Probleme, die mit Biogas häufig in Verbindung gebracht werden, wie Monokulturen, die "Vermaisung" der Landschaft oder direkte und indirekte Landnutzungsänderung, spielen hier keine Rolle. Und die Gärreste aus der Gasproduktion werden bei Verbio als natürlicher Dünger in die Landwirtschaft zurückgeführt, wodurch ein sinnvoller Stoffkreislauf vollzogen wird. Mit diesem umweltfreundlichen Kraftstoff lässt sich eine CO2-Reduktion von 90 Prozent gegenüber Diesel erreichen.
Das Biogas wird zu Erdgasqualität aufbereitet und kann deshalb über das allgemeine Gasleitungsnetz transportiert werden. Eine umweltbelastende Belieferung der Tankstellen ist also nicht notwendig. Ähnlich wie es beim Ökostrom gehandhabt wird, wird immer eine dem Verbrauch entsprechende äquivalente Menge ins Leitungsnetz eingespeist. 

 

Projekt „Biostadt Freising“

Gekeimt ist die Idee im Sommer 2017. Erste Engagierte, darunter Heide Hoffmann, Franziska Münch, Klaus Wiesinger und Thomas Sadler, trafen sich unter dem Motto „Was isst Freising?“. Bei jedem Treffen wuchs der Kreis. Gemeinsam wurde beschlossen, einen Antrag für eine Agenda 21 Projektgruppe zu stellen. Am 17. April war es dann so weit, in der Agenda- und Sozialbeiratssitzung der Stadt Freising wurde „Biostadt Freising“ aufgenommen. Das wurde beim darauffolgenden Treffen gebührend gefeiert.

 
Die gewählten SprecherInnen (v.l.): Dr. Manuela Gaßner, Dr. Klaus Wiesinger und Karin Romeder   (Foto © Thomas Sadler ) 

Es sind bereits über 20 Freisinger Bürgerinnen und Bürger aktiv. Mittendrin auch Engagierte aus den TAGWERK-Reihen: Brigitte Waldhauser (TAGWERK Biomarkt Freising), Michael Rittershofer (TAGWERK-Förderverein e.V., Ökomodellregion Isental) und Lorenz Kratzer (Biobauer, Vorstandsmitglied TAGWERK eG). Weitere Aktive sind herzlich willkommen.

Eine der ersten erfolgreichen Aktivitäten war, Gastronomen auf dem Uferlos-Festival zu mehr Bioverpflegung anzuspornen. Ein Exkursionsprogramm zu ökologischen Erzeuger- und Verarbeitungsbetrieben und Initiativen wie den Gemeinschaftsgarten Knollen & Co. e.V. erstellen gerade Klaus Wiesinger, Thomas Sadler und die Tagwerkler. Vorträge und Veranstaltungen zur Förderung von Biolebensmitteln in Kindergärten und Schulen sind in Planung. 

Die Ziele

1. Bio-Lebensmittel mit kurzen Transportwegen – Ökolandbau, Weiterverarbeitung, Nachfrage, regionale Wertschöpfung unter fairen Arbeitsbedingungen stärken.

2. Umweltschutz vor der Tür – Positive Auswirkungen auf Landwirtschaft, Biodiversität, Boden, Wasser und Klima aufzeigen.

3. Außer-Haus-Verpflegung – Regionale und saisonale Bio-Lebensmittel bei öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie und Veranstaltungen fördern. Gesunde Bio-Lebensmittel für Kinder und Jugendliche.

4. „Woher kommt mein Essen?“ – Aufklärung und Bewusstseinsbildung zur nachhaltigen Ernährung bezogen auf Herkunft und Verarbeitung.

5. Gemeinschaft und Identifikation – Netzwerk aufbauen und heimischen Produkte fördern.

6. Klimaschutz und nachhaltige Entwick-lung – Freisinger Klimaziele und 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung unterstützen.

7. Vom Feld auf den Teller – Veranstaltungen, Aktionen und Exkursionen.

Informationen und Termine:  www.freising.de/leben-wohnen/agenda-21

Einfach und genial: Upcycling im TAGWERK-Laden Dorfen


TAGWERK-Ladnerin Anneliese Oberpriller kämpft schon seit Jahrzehnten für Abfallvermeidung. Hier präsentiert sie die neuen Gemüsesackerl.  (Foto © Christian Empl) 

 

Anneliese Oberpriller hatte im Radio von der Idee gehört, aus ausgedienten Stores Gemüsesäckchen zu nähen. Flugs suchte sie daheim nach passenden Stoffen, und Kollegin Heidi Jäger setzte sich an ihre Nähmaschine. So entstanden die praktischen Sackerl, die nun im Dorfener TAGWERK-Laden angeboten werden. 

Die waschbaren Säckchen ersetzen Wegwerftüten aus Plastik oder Papier, und nutzlos gewordene Stores werden sinnvoll recycelt. Ein doppelter Nutzen!

 

Heute haben die EU-Mitgliedstaaten beschlossen, den Einsatz von drei Neonicotinoiden im Freiland zu verbieten, die besonders gefährlich für Bestäuber sind. Auch Deutschland hat das Verbot unterstützt, diesmal haben Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) an einem Strang gezogen.

Die Proteste der Verbraucher*innen und der Umweltverbände haben also Wirkung gezeigt, das ist auch für TAGWERK ermutigend. Ob auf der Großdemo in Berlin, durch Artikel in der TAGWERK-Zeitung oder jüngst bei der Veranstaltung in Stierberg - unseren Protest gegen die Ackergifte haben wir in vielfältiger Weise geäußert.

Weitere Informationen dazu beim Umweltinstitut München

TAGWERK  auf dem Heldenmarkt in München


Informieren - Erleben - Einkaufen, für einen nachhaltigen Konsum war am 17. und 18. März die Devise auf dem Münchener Heldenmarkt. Dort wurden zu vielen Lebensbereichen nachhaltige Alternativen gezeigt -  von Lebensmitteln über Mobilität bis hin zu Geldanlagen. Am TAGWERK Stand waren der Förderverein und die Genossenschaft vertreten. TAGWERK Markenleiterin Bea Rieger (im Bild) freute sich über das rege Interesse, bei der Verköstigung der Würste der TAGWERK Bio Metzgerei. Am Beispiel der Metzgerei wurde vielen interessierten Verbrauchern gezeigt, wie wichtig die ökologischen Kreisläufe von der Tierhaltung, über die Schlachtung und Verarbeitung bis auf den Teller ist.


Viele Münchner konnten außerdem im Gespräch erfahren, (im Bild) mit Michael Rittershofer, Geschäftsführer vom TAGWERK mit Förderverein,  wie der Städter durch bewusste Lebensweise Anteil hat an der Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft hat. Und wie wir alle gemeinsam unsere Zukunft gestalten können. Denn: Bio braucht Stadt und Land!

 

Was Bauern für die Vögel tun können

Rebhuhn, Autor: Andreas Hartl

Sich für etwas einsetzen kann man nur, wenn man auch weiß für was. Am 28.2 ging es darum, wie Bauern den Vögeln helfen können. Das Interesse war groß. Der Saal des des Gasthauses Huber in Landersdorf bei Dorfen war mit etwa 100 Zuhörern völlig überfüllt. Bei der gemeinsamen Veranstaltung von TAGWERK e.V. und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV)  zum Thema „Vogelsterben? Was können Bäuerinnen und Bauern dagegen tun?“  stellte zunächst Naturfotograf Andreas Hartl den Zuhörern mit vielen Bildern die Schönheit und Vielfalt des Lebens entlang der Bäche vor. Dabei wartete er mit manch überraschendem Detail über Insekten, Fische und Vögel auf. Hartl machte aber auch deutlich, wie sehr dieser beeindruckende Lebensraum in Gefahr ist.

Matthias Luy, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle des LBV erklärte danach, worauf der Rückgang der Vogelwelt zurückzuführen ist:  nämlich auf den Verlust an Lebensraumstrukturen, dem Einsatz von Pestiziden, intensive Düngung und die Trockenlegung der Landschaft. Doch das Anliegen von Luy war vor allem aufzuzeigen, wie Landwirte dazu beitragen können, die Artenvielfalt wieder zu erhöhen. Dazu stellte er eine Reihe von Tipps vor, die von einfachen Hilfsmaßnahmen für Schwalben im Stall oder Nistkastenkonstruktionen für die Mäusejäger Turmfalke und Schleiereule bis hin zu Maßnahmen für Rebhuhn und Kiebitz im Getreide- und Maisanbau und in der Grünlandwirtschaft reichten.

Landwirtschaft und Bienen  - eine Symbiose

Der Landwirt braucht die Biene und die Biene den Landwirt. Und wir alle brauchen beide - denn ohne  Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern, wachsen viele Nahrungsmittel nicht. Die Brisanz des Themas brachte über 200 Menschen, den Landrat, fünf Bürgermeister/innen der umliegenden Gemeinden und den Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes zu einem Vortragsabend in Obertaufkirchen zusammen. Eingeladen hatten die Öko-Modellregion Isental, der Bienenzuchtverein Buchbach und der Imkereiverein Stierberg.  Vier Referenten*innen trugen interessante Aspekte zusammen mit der Moderation von Michael Rittershofer vom TAGWERK-Förderverein.

Margot Erber, Bio-Imkerin aus Haag ging auf die Bedeutung der Honigbienen für die Landwirtschaft ein und zeigte etwa die Ertragsunterschiede mit und ohne Bienenbestäubung. Prof. Dr. Bernhard Zimmer, Landwirt und Bio-Imker aus Piding, wies die Bedeutung der Wildbienen hin. Denn die Honigbienen allein reichen nicht aus für die Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Maria Lohmeier erklärte, wie wichtig es is für die Bienen ist, dass eine kontinuierliche Abfolge von Pollen, Nektar und Honigtau tragenden, blühenden Pflanzen von März bis Oktober für die Bienen zur Verfügung stehen und wies auf Maßnahmen hin, um diese sogenannte Trachtlücken zu vermeiden. Matthias Nirschl von der Unteren Naturschutzbehörde Mühldorf stellte Fördermöglichkeiten im Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm vor.

Fotos: Margot Erber, Dr. Bernhard Zimmer, Rosa Kugler

Ökologie rundherum

Nicht nur die Lebensmittel im Ottobrunner Biomarkt TAGWERK Arkade stehen im Respekt für ökologische Kreisläufe - nun bietet der Laden am Margreider Platz auch Ottobrunns erstes öffentliches Büchertausch-Regal. Biomarkt-Leiterin Cornelia Schlund (Bild-Mitte) freut sich, ihrer Kundschaft nun auch "Nahrung für den Geist" anbieten zu können. 
Gemeinsam mit der Gemeinderätin Erika Aulenbach, der Initiatorin des Projektes, und dem Bürgermeister Thomas Loderer  eröffnete sie das Holzregal in der Kaffee-Ecke des Biomarktes, das sich sehr schnell mit vielen Mitbringseln der Kunden füllte, darunter Kinderbüchern, Krimis, anspruchsvolle Literatur. Es ist eine weitere Verführung, die in die Arkade einlädt. Bio- und Bücherfreunde können sich in der Leseecke treffen, aktiv am Bücher-Recycling teilnehmen, Schätze mitnehmen und mitbringen.

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Die Frühjahrsausgabe der TAGWERK-Zeitung liegt in den Verkaufsstellen aus. Oder Sie lesen sie hier

Die schönste Veranstaltung der Öko-Erlebnistage 2017

 

Als äußerst gelungen wurde die Veranstaltung der TAGWERK Biometzgerei  „Mit Hirn, Herz und Genuss“ prämiert. Stattgefunden hatte das 5-Gänge-Menü bereits am 29.September 2017. Und jetzt zeichnete der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner zusammen mit Josef Wetzstein, dem Vorsitzenden der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern, dieses Event mit einem Preis aus. Die TAGWERK Bio Metzgerei wurde auf der Messe „Bio Fach“ in Nürnberg am 15.02.18 mit einem Sonderpreis prämiert.

Dr. Michael Rittershofer und Beatrice Rieger nahmen die Urkunde für den „Sonderpreis Verarbeitung beim Wettbewerb schönste Veranstaltung der Öko- Erlebnistage 2017“ stellvertretend für das ganze TAGWERK-Team entgegen.

Das Team mit den Köchen Gilbert Bielen und Michael Niedermeier, sowie dem Biersommelier Sebastian Lang von der Brauerei Riedenburger ist sich einig: „Es hat viel Freude gemacht, das Thema Ganztierverwertung auf diese lukullische Weise den Menschen nahe zu bringen. Nur so macht „Bio-Metzgern“ Sinn; das Tier wertzuschätzen, indem es ökologisch und artgerecht gehalten und gefüttert wird, stressfrei geschlachtet und ganzheitlich ver-WERT-et wird“. 

Und Bea Rieger, Leiterin der TAGWERK Markenentwicklung, lässt durchblicken, dass sich das Team schon an die Planung weiterer Kochveranstaltungen gemacht hat.

Nächste Termine

24. Oktober 2018 | 18:00Backen mit Urgetreide (Emmer, Einkorn, Dinkel, Buchweizen…)
25. Oktober 2018 | 19:00Wade Fernandez & Kerstin Gröper
26. Oktober 2018 | 17:00Ofenschubser-Abend
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