
Kleine Projekte, große Wirkung: Öko-Modellregion Mühldorfer Land unterstützt sechs Bio-Vorhaben
Manchmal beginnt regionale Bio-Wertschöpfung nicht mit großen Konzeptpapieren, sondern mit sehr konkreten Dingen: einer Drohne für die Zwischenfrucht, einem Bienenwagen, einer Bürstenmaschine für Kartoffeln oder einem Container für die Erntelagerung. Genau solche Vorhaben standen im Mittelpunkt der jüngsten Scheckübergabe der Öko-Modellregion Mühldorfer Land.
Auf dem Demeter-Betrieb von Gerhard Schweiger in Unterneuling bei Salmanskirchen wurden die Förderschecks an sechs Projektträger übergeben. Insgesamt stehen für die ausgewählten Kleinprojekte rund 45.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden Vorhaben, die regionale Bio-Wertschöpfung stärken, ökologische Landwirtschaft weiterbringen und zeigen, wie praktische Lösungen direkt auf den Höfen und in der Verarbeitung entstehen.
Für TAGWERK ist das genau der Punkt, an dem Regionalität greifbar wird. Denn Bio aus der Region entsteht nicht von allein. Es braucht Menschen, die investieren, ausprobieren, weiterdenken und ihre Betriebe Schritt für Schritt zukunftsfähig machen. Die Öko-Modellregion Mühldorfer Land setzt dafür einen wichtigen Rahmen. Das Projektmanagement liegt beim TAGWERK e.V., Träger ist der Landkreis Mühldorf a. Inn.
Gefördert werden Ideen aus der Praxis
Die sechs geförderten Vorhaben zeigen eindrücklich, wie vielfältig regionale Bio-Entwicklung sein kann. Gastgeber Gerhard Schweiger erhält Unterstützung für eine Drohne zur Ausbringung von Saatgut. Mit ihr können Zwischenfrüchte bereits kurz vor der Ernte in den bestehenden Bestand eingesät werden. Das ist für den ökologischen Ackerbau besonders spannend: Zwischenfrüchte schützen den Boden, sammeln Nährstoffe, fördern das Bodenleben und helfen gegen Erosion.
Georg Hans aus Mimmelheim bei Obertaufkirchen wird bei der Aufbereitung von Saatgut unterstützt, unter anderem mit Technik für Farbausleser und Schäler. Die Biomanufaktur Margot und Hans Erber aus Haag erhält Förderung für einen 20-Fuß-Container, der der Erntelagerung von Bio-Landwirten bis zur Weiterverarbeitung dient.
Auch die ökologische Imkerei ist vertreten: Elisabeth Auer aus Niederbergkirchen baut eine ökologische Nebenerwerbsimkerei auf und investiert unter anderem in einen Bienenwagen. Rainer Hundmeyer aus Kagen bei Buchbach erhält Unterstützung für ein Gerät zum Aufsetzen von Hygienisierung und Wurmkompostmieten. Matthias Emmerer aus Fraham bei Aschau wird bei einer Belüftungsanlage für das Kartoffellager sowie einer Bürstenmaschine zur Säuberung von Biokartoffeln gefördert.
Was auf den ersten Blick sehr unterschiedlich klingt, folgt einem gemeinsamen Ziel: Bio-Betriebe in der Region sollen besser arbeiten, besser lagern, besser verarbeiten, besser vermarkten und ihre Kreisläufe weiter schließen können.
Bio-Wertschöpfung wächst dort, wo Menschen zusammenarbeiten
Der Verfügungsrahmen Ökoprojekte ist ein Förderinstrument der bayerischen Öko-Modellregionen. Unterstützt werden Kleinprojekte, die zur Entwicklung regionaler Bio-Wertschöpfungsketten beitragen. Dazu gehören Erzeugung, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Verbraucher:innen gleichermaßen. Die Projekte dürfen bestimmte Kostenrahmen nicht überschreiten und werden anteilig bezuschusst.
Für das Mühldorfer Land ist diese Förderung mehr als ein finanzieller Beitrag. Sie macht sichtbar, wie viel Fachwissen und Tatkraft in den Betrieben der Region steckt. Gerade kleinere Investitionen können im Alltag eine große Wirkung entfalten: Sie erleichtern Arbeitsabläufe, verbessern Qualität, schaffen neue Verarbeitungsschritte oder machen ökologische Kreisläufe stabiler.
Das passt zum Kern der Öko-Modellregion Mühldorfer Land. Sie will den ökologischen Landbau stärken, regionale Wirtschaftskreisläufe ausbauen und das Bewusstsein für Bio-Lebensmittel aus der Region fördern. Damit zahlt sie auch auf das bayerische Landesprogramm BioRegio 2030 ein, das den Ausbau des ökologischen Landbaus und eine stärkere Nachfrage nach regionalen Bio-Lebensmitteln voranbringen soll.
Ein starkes Zeichen aus dem Mühldorfer Land
Die Scheckübergabe war zugleich ein guter Anlass, um genauer hinzuschauen: Wie entstehen tragfähige Bio-Strukturen vor Ort? Welche Technik hilft im ökologischen Ackerbau? Was brauchen Verarbeiter:innen, Direktvermarkter:innen und landwirtschaftliche Betriebe, damit regionale Wertschöpfung nicht nur ein schönes Wort bleibt, sondern im Alltag funktioniert?
Die Antworten darauf liegen oft direkt bei den Menschen, die täglich mit Boden, Tieren, Pflanzen, Rohstoffen und Lebensmitteln arbeiten. Die geförderten Projekte zeigen: Die Ernährungswende wächst nicht abstrakt. Sie wächst auf Äckern, in Hofläden, in Lagern, Werkstätten, Imkereien und Verarbeitungsräumen. Und sie wächst dort besonders gut, wo regionale Netzwerke sie tragen.
Für TAGWERK ist die Öko-Modellregion Mühldorfer Land deshalb ein wichtiger Baustein gelebter Bio-Regionalität. Seit Jahrzehnten setzt sich TAGWERK für ökologische Landwirtschaft, bäuerliche Strukturen und faire regionale Wertschöpfung ein. Die geförderten Kleinprojekte machen genau das sichtbar: Bio aus der Region braucht gute Ideen, verlässliche Unterstützung und Menschen, die anfangen.
Auch Mühldorf TV berichtete: Hier reinschauen.
Zur Öko-Modellregion Mühldorfer Land
Foto: Dietmar Fund






